Dieses Programm fehlte auf jeden Fall in meinem letzten Post: Virtualbox
Virtualbox stellt virtuelle Maschinen zur Verfügung. Eine virtuelle Maschine ist wie ein Computer im Computer. Ich arbeite oft mit Programmen, die sich gegenseitig ausschließen (Manche SPS-Programme zwischen Siemens und Rockwell vertragen sich nicht, manchmal sogar Siemens gegen ältere Siemensversionen des selben Programms). Jetzt könnte ich natürlich meine Festplatte in 10 Partitionen aufteilen, auf jede WinXP (oder Win7) draufklatschen, die sensiblen Programme separat installieren … .
Oder aber ich verwende eine virtuelle Maschine:
Hier habe ich eine schöne Baumstruktur, kann immer hin und her wechseln und habe eine saubere Installation, wenn was schiefgeht, setz ich den Status einfach wieder zurück. Die einzelnen Knoten des Baumes sind sogenannte Snapshots, also Abbilder zu einem bestimmten Zeitpunkt.
Es gibt dafür mehrere Lösungen:
- VMWare
- VMWare Workstation: Umfassend mit Snapshots, aber kostet was (wenn wir legal bleiben wollen)
- VMWare Server: Gratis, aber ohne Snapshots
- VirtualPC: von Microsoft, nett wenn man schnell mal was emulieren will, keine snapshots, dafür kostenlos
- Quemu/KVM: emuliert auch andere Rechnerarchitekturen, ist also flexibel, kostenlos
- XEN: schnell, hardwarenah, kostenlos, allerdings das Host-System kann nicht Windows sein. (Gast allerdings schon)
- Virtualbox: Schnell, Snapshots, kostenlos
Ich weiß man kann nicht alle so direkt miteinander vergleichen, manchmal ist die Hardware, die der Gast sieht keine echte Hardware, manchmal wird die Hardware von außen durchgereicht. Ich hab mich für Virtualbox entschieden, weil es schnell ist, Snapshots anbietet und sonst auch alles hat was ich brauche.
Heute hatte ich ein Problem: Eine Virtualbox wurde voll. Man muss dazu sagen man legt am Anfang eine Größe der Festplatte fest (Standard 10GiB), und irgendwann wird das nun Mal zu klein. Hat man keine Snapshots, so ist das noch (relativ) einfach. Leider kann Virtualbox seine virtuellen Platten nicht selbst vergrößern, deshalb gibt es folgende Möglichkeiten:
- Hier, hier und hier wurde das schon schön beschrieben, allerdings kann man das etwas zusammenfassen:
- 2te größere Festplatte in Virtualbox einhängen
- Gparted als iso einbinden
- Auf die neue Festplatte eine Partitionstabelle vom Typ msdos erzeugen
- Rechte Maustaste auf die zu kleine Partition à Copy
- Rechte Maustaste auf die neue (große) Platte à Paste
- Die neue Größe der Partition auf volle Größe der Festplatte ziehen
- Apply drücken und warten bis alles abgeschlossen ist, es wird jetzt sowohl der Container (also die Partition), als auch der Inhalt (ntfs, ext2, ext3, …) kopiert. Bei bekannten Dateisystemen im Windows und Linux Bereich wird auch der Inhalt entsprechend angepasst, damit die neue Größe ab sofort nutzbar wird.
- Unbedingt „Markierung“ bearbeiten auf der neuen Platte und boot auswählen, sonst kommt entweder nichts oder Int18 beim nächsten Start
- Runterfahren
- Alte (zu kleine) Platte und Gparted iso aushängen
- Durchstarten
- Eventuell wird das Filesystem noch vom Gast gecheckt
- Viel Spaß J
- Ein geniales Tool, das das obige extrem verkürzt ist CloneVDI: http://forums.virtualbox.org/viewtopic.php?f=6&t=22422. Downzuloaden gleich im ersten Post des genannten Links. Siehe Bild unten, ist eigentlich selbsterklärend, durch „Increase partition size“ wird auch gleich die Partition auf volle Größe aufgeblasen und man braucht kein Tool wie gparted dazu. Es wird dabei immer eine Sicherung des Originals erstellt. Zur Sicherheit würde ich aber trotzdem vorher eine Kopie irgendwo anders ablegen und nach Vergrößerung ausführlich testen. Die neu entstandene Platte bindet man am besten in eine neu erstellte Virtualbox ein.
- Man kann natürlich auch einfach eine weitere Festplatte einbinden, dann hat man unter einem Windows-Gastsystem halt noch eine D: oder E: oder wasauchimmer. Unter Linux mountet man halt am besten irgendein (größes) Verzeichnis auf eine Partition auf der neuen Festplatte.
CloneVDI
Bei Snapshots ist das nicht so einfach, erinnern wir uns an obige Baumstruktur, genauso ist nämlich auch die Systemfestplatte des Gastsystems aufgeteilt. Man hat eine Hauptplatte, und in den darunterliegenden Platten sind nur mehr die Unterschiede zur Hauptplatte gespeichert, eine Stufe darunter Unterschiede zu deren Elternplatten und so weiter … .
Egal ob man Methode 1 oder 2 verwendet, es kommt am Ende immer eine komplette virtuelle Festplatte heraus (also ohne den Differenzen dazwischen), man hat dann zwar eine größere Festplatte, aber man kann nicht mehr zurückgehen in diesen Snapshots. Man kann die neu gewonnene Platte höchstens in eine neue Virtualbox einbinden.
In diesem Fall würde ich Methode 3 (eine neue Festplatte einbinden) bevorzugen. Vielleicht schafft es CloneVDI oder Virtualbox mal selbst auch differenzielle Festplatten rekursiv zu vergrößern.
Wenn man schnell mal alles von einem Snapshot bis runter zur Hauptplatte in eine einzige vdi-Datei zusammenfassen will (weil man die z.B. mobil verwenden oder weitergeben will) so würde ich CloneVDI empfehlen: Man sucht sich den Snapshot auf der Festplatte mittels CloneVDI und fasst dann alles extrem schnell zu einer Datei zusammen. Wenn man will kann man hier auch noch die Partition wie beschrieben vergrößern. Die vdi kopiert man dann irgendwo auf einen anderen Computer, legt eine neue Virtualbox an und bindet diese vdi ein.
Hoffe ich kann euch damit helfen.

